• "Peter Truschner gehört zu jener aussterbenden Künstlerspezies, die stets aufs Ganze gehen muss." ***** Frankfurter Allgemeine Zeitung

  • "A powerful use of image and poetry." ***** Roger Ballen, Photographer

  • "Terribly beautiful and fascinating" **** Richard Mosse

  • "Peter Truschner schont in seinen Texten über eine Welt, in der es um den Preis und nicht um den Wert einer Ware, der Arbeit oder des Lebens geht, weder sich noch den Leser." ***** Stefan Gmünder, Der Standard

  • "Peter Truschner belongs to the almost extincted sort of artists who always have to go all out." ***** Frankfurter Allgemeine Zeitung

  • "A great amount of good photography." ***** Myrto Steirou, VOID

  • "Peter Truschner ist nicht nur ein wacher und sensibler Beobachter, sondern ein Erlebender des Wahnsinns, der um uns herum geschieht." ***** Martin Kusej, Burgtheater Wien

  • "Ist das immer schon so gewesen, dass man eines Tages hinter seinem warmen Ofen hervorgeholt und an den Haaren ans Ufer gezerrt und in die kalten Betriebsfluten getaucht und getauft wurde im Namen des Geschäfts?" ***** aus: Im Namen des Geschäfts

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FOTOGRAFIE

 

Bangkok Struggle

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"Essen auf der Strasse ist in Bangkok ein Exzess, als könnte man Zeit und Raum in Mangos, Chili und Fisch verwandeln, sie in den Mund stopfen und mit den Zähnen zermalmen. Der allgemeine Appetit scheint dabei kein Ende zu finden, sodass der Tag wie eine große, von Arbeit und Schlaf unterbrochene Mahlzeit wirkt. In den Hinterhöfen der Klongs wird unter anderem der Nachschub für die Garküchen von Chinatown oder Sukhumvit vorbereitet. In den frühen Morgenstunden wird der in Kühlboxen aufbewahrte Fisch mit Motorrollern oder zu Fuß herbei geschafft. Für 50 Cent die Stunde werden die Fische in 10- bis 12-Stunden - Schichten in den dunklen, engen Hütten in geradezu maschineller Geschwindigkeit geköpft und ausgenommen. Die Eingeweide werden auf eine Plastikplane geworfen und bleiben bei 30 bis 35 Grad im Schatten den ganzen Tag liegen. Der Fisch- und Blutgestank dringt wie etwas Lebendiges durch Luft- und Speiseröhre ein, die Arbeiter lachen, während man mit Brechreiz zu kämpfen hat und bieten einen Schluck Thai-Whisky als Gegenmittel an. Man wird von den Einwohnern der Klongs so wohlwollend und unaufdringlich empfangen, dass man sich ein bisschen dafür schämt - nicht zuletzt, wenn man daran denkt, wie diese Menschen im eigenen Land aufgenommen werden würden. Spätabends wird der ganze Raum mit einer ätzenden weißen Lauge ausgespült, die nach einer Mischung aus Kobragift und Jasmin riecht und auf der Haut brennt."

"Eating out in the streets of Bangkok is an excess, as if you can transform time and space into mangoes, chilli and fish, stuff them into your mouth and crush them with your teeth. The general appetite seems to find no end, so that the day appears like a huge meal disrupted only by work and sleep. In the backyards of the Klongs the supply for the eating-houses in Chinatown or Sukhumvit is made ready. In the early morning hours fish stored in coolers are brought here either by motorbike or on foot. For 50 cents an hour the fish are beheaded and gutted in 10- to 12-hour-shifts in dark, narrow huts at an almost mechanic pace. The innards are thrown onto a plastic cover, where they remain throughout the day at 30 to 35 degrees centigrade in the shade. The stench of fish and blood pervades your trachea and gullet like a living creature, the workers laugh while you are struggling with nausea and they offer you a sip of their Thai-whisky as an antidote. You are welcomed by the inhabitants of the Klongs with such warmth and reticence that you feel slightly ashamed, not least because you can imagine how these people would be treated in your own country. In the late evening the whole place is rinsed with a white caustic solution smelling like a mixture of cobra venom and jasmine and burning on your skin."
(translated by Yi-heng Chen)

 

aus/from: Peter Truschner, Der feuchte Film auf der Haut. /The real wilderness. In: Die Presse (Wien), 10.08.2012

 


 


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